Girls‘ Day und Boys‘ Day 2021
erstellt: 10.05.2021

Ich nahm am 22. April 2021 am Girls‘ Day der RWTH Aachen University teil. Der Girls’ Day – Mädchenzukunftstag ist das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen weltweit. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Frauen und Jugend und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Der bundesweite Aktionstag zur klischeefreien Berufsorientierung für Mädchen (und Jungens als Boys‘ Day) fand in diesem Jahr überwiegend digital statt. Dadurch hatte man aber auch die Möglichkeit an Angeboten, die nicht am eigenen Wohnort sind, teilzunehmen. Sinn des Girls‘ Day ist es, Mädchen stärker für neue Berufsfelder zu interessieren, die von traditionell weiblichen Berufsbildern abweichen und mehr Zukunftschancen bieten. Schülerinnen können in Werkstätten, Büros, Laboren, Universitäten etc. einen Einblick in die verschiedensten Bereiche der Arbeitswelt gewinnen und Kontakte herstellen. Über die Internet-Seite des Girls’ Day findet man die Angebote, die in der Nähe oder in diesem Jahr digital zur Verfügung stehen.

Da interessante Plätze sehr begehrt sind, habe ich mich bereits im Januar über die verschiedenen Angebote informiert und mir direkt im Februar zum Anmeldebeginn an der RWTH einen Platz gesichert. Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie fand der Aktionstag auch dort dieses Jahr nur digital und nicht vor Ort statt. Eine Woche vor dem anstehenden Event bekam ich von der Schule kurzfristig die niederschmetternde Nachricht, dass eine vollständige Teilnahme am Girls‘ Day nicht möglich wäre, weil ab der Woche im Präsenzunterricht Klassenarbeiten Vorrang hätten. Dies hat mich sehr enttäuscht und wütend gemacht, weil ich mich bereits auf den Workshop des Girls‘ Days vorbereitet und gefreut hatte als Highlight in den für uns Schülern tristen Alltag der Pandemie. Da aber der Inzidenzwert in Krefeld stieg, beschloss die Stadt Krefeld, dass wir weiter im Distanzunterricht arbeiten müssen, sodass die Klassenarbeiten weiter verschoben wurden und ich glücklicherweise, aber mit getrübter Stimmung, am Girls‘ Day teilnehmen konnte.

Die Veranstaltung fand via Zoom-Konferenz statt und begann morgens früh mit einer 1,5-stündigen Auftaktveranstaltung zur Vorstellung der RWTH Aachen University und dem vielseitigen Angebot an Studiengängen insbesondere in MINT-Fächern wie Maschinenbau und Informatik sowie von männertypischen Berufen.

Danach wählten sich alle Teilnehmer in ihren ausgewählten Workshop ein. Ich hatte mich zum Thema „Smart Healthcare @ Home“ in einer Gruppe von 10 Schülerinnen aus unterschiedlichen Bundesländern im Alter von 13-15 Jahren angemeldet. Am Lehrstuhl der RWTH werden Medizingeräte für Behandlungsmethoden und zur Verbesserung der Gesundheit bei Patienten entwickelt. Einige solcher Geräte kennen wir aus unserem Alltag, von Eltern, Großeltern oder anderen Verwandten. Wir schauten uns einige Geräte an, wie diese funktionieren und wozu sie benutzt werden. Am Institut für Medizinische Informationstechnik arbeiten Elektrotechnik-Ingenieure mit Ärzten zusammen. Wenn man sich einmal in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus umsieht, ist das auch gar nicht verwunderlich, den man sieht ein technisches Gerät nach dem anderen. Monitore, die Daten anzeigen, Messgeräte, wie Sauerstoffmessung und Druckmessung oder die Bildverarbeitung von Röntgenbildern, Ultraschallbildern usw. gehören beispielsweise auch zur Elektrotechnik. Die Workshop Anbieter boten eine interessante Präsentation zu diesen Themen interaktiv mit den teilnehmenden Mädchen.

Der Girls‘ Day hat mir einen spannenden Einblick in Berufsfelder gegeben, die ich in dieser Weise bisher nicht kannte und die mir meine Sicht bei meiner zukünftigen Berufswahl erweitert. Es hat mich gefreut, dass ich trotz beziehungsweise aufgrund der Corona-Pandemie an diesem Angebot der RWTH teilnehmen konnte. Ich kann diesen Aktionstag allen Schülerinnen zum Girls’ Day und Schülern zum Boys’ Day nur weiterempfehlen, um über den Tellerrand von Schule, Klassenarbeiten usw. zu schauen und sich für unterschiedliche, geschlechter-atypische Berufe inspirieren zu lassen.

Théa Sophie Demarcy (Klasse 8 D)

Gymnasium am Moltkeplatz
Moltkeplatz 12
47799 Krefeld
Tel.: (02151) 937110
Fax: (02151) 9371126
E-Mail: infoatmoltke [dot] de